Offshore Projekt-Koordinator

Bastian Görke ist Offshore Projekt-Koordinator beim Übertragungsnetzbetreiber Amprion in Dortmund. Er sorgt dafür, dass grüner Strom auch ins Ruhrgebiet gelangen kann – einer von vielen Zukunftsjobs in der Metropole Ruhr. Vier kurze Fragen und Antworten zu seinem Beruf.

Du bist Offshore Projekt-Koordinator bei Amprion. Was genau ist dabei Deine Aufgabe?

Vor der Nordseeküste gibt es eine Reihe Offshore-Windparks. Wir haben als Amprion den Auftrag, zwei weitere zukünftige Windparks ans deutsche Stromnetz anzubinden. Diese werden von anderen Firmen errichtet und liefern ihren Strom an unsere Konverterstation auf See. Von dort legen wir Kabel durch die Nordsee, die dann südlich der Insel Norderney in Hilgenriedersiel am Festland anlanden. Hier werden die Seekabel zu Landkabeln und transportieren den Strom nochmal 150 Kilometer weiter bis ins Emsland nach Lingen. Dort errichten wir eine weitere Konverterstation. Diese speist den Strom dann ins Übertragungsnetz ein. Wir nennen diese beiden Vorhaben „Offshore Netzanbindungssysteme DolWin4 und BorWin 4“. Es geht dabei um Strom für gut zwei Millionen Menschen, denn jede Anbindung liefert gut 900 Megawatt. Das sind schon richtig große Projekte.

Ich bin als Projektleiter für den Abschnitt zwischen Hilgenriedersiel und Lingen verantwortlich, in dem die Landkabel verlegt werden. Die genaue Bezeichnung meines Jobs ist „Projektleiter Genehmigung und Technische Planung Onshore“, betrifft also zwei Themenbereiche, die eng miteinander verknüpft sind. Technische Planung und Genehmigungsplanung arbeiten Hand in Hand. Die 150 Kilometer lange Trasse haben wir in drei Abschnitte unterteilt, für die es jeweils eine*n Teilprojektleiter*in gibt. Und auf jedem der Abschnitte wird gemeinsam mit den technischen Kolleg*innen die Trassierung geplant – also der genaue Verlauf, in dem die Kabel geführt werden. Nach dieser Planung werden die Vorhaben in die Genehmigungsverfahren überführt. Gemeinsam mit Umweltplaner*innen bewerten wir im ständigen Austausch, was die Planung für die Eingriffe in die Umwelt bedeutet und wie wir diese minimieren können. All das koordiniere ich als Projektleiter. Und mein Ziel ist es, für die drei Teilabschnitte die Planfeststellungsbeschlüsse zu erhalten. Das wollen wir bis 2024 schaffen. Dann endet meine Zuständigkeit und wir gehen in die Bauphase, damit die Windparks wie geplant 2028 und 2029 ans Übertragungsnetz angeschlossen werden können.

Für Amprion sind es die ersten beiden Offshore-Vorhaben. Der Norden, wo der Wind weht, liegt an sich nicht im Zuständigkeitsbereich von Amprion, sondern bei den Kolleg*innen von Tennet. Aber um die Menge an Windstrom aus dem Norden, die für die Umsetzung der Energiewende nötig ist, nutzbar zu machen, müssen wir diese künftig auch immer häufiger nach Süden, wie zum Beispiel Richtung Ruhrgebiet, transportieren. Deswegen wird es in Zukunft noch mehrere Folgeprojekte in diesem Bereich geben, die von Amprion realisiert werden.

Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion hat seinen Hauptsitz in Dortmund.

Welche Ausbildung braucht man für Deinen Beruf?

Von Haus aus bin ich Bauingenieur, habe in Bochum Bauingenieurwesen mit der Vertiefungsrichtung Wasser und Umwelt studiert und mit einem Diplom abgeschlossen. Danach habe ich ein Jahr in England verbracht und einen Master im Bereich Klimawandel und nachhaltige Entwicklung draufgesetzt. Nach dem Studium habe ich recht vielfältige Berufserfahrung gesammelt: Erst war ich knapp zehn Jahre lang bei einem großen Bauunternehmen tätig. Dort haben wir Energieinfrastruktur entwickelt und beauftragt. Dabei habe ich die Perspektiven als Auftraggeber und auch als Projektentwickler kennengelernt. Dann bin ich nochmals in die Forschung und Entwicklung sowie zu einem Ingenieurdienstleister gewechselt. Ich glaube, es ist generell ganz wertvoll, interdisziplinär und auf verschiedenen Seiten von Projekten unterwegs zu sein, wenn man mal Projekte leiten möchte, wie wir es bei Amprion tun.

Unser Tagesgeschäft besteht daraus, Dienstleister, interne Beteiligte und externe Stakeholder zu koordinieren. Deshalb glaube ich, dass es sinnvoll ist, viel gesehen zu haben, wenn man auf dieser Position landet. Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein Bauingenieur meist ein Stück weit gesunden Menschenverstand mitbringt – und den Mut hat, auch mal Fragen zu stellen. Denn es tut immer sehr gut, wenn man Projekte vorantreiben möchte, einfach mal zu sagen: Ich verstehe das nicht, erklär mir das mal. Genau diese Fragen führen dann zu einer guten Lösung.

Das ist jetzt natürlich nur mein ganz eigener Werdegang. Aber wenn ich das mit anderen Leuten oder anderen Kolleg*innen vergleiche, dann sieht es da häufig ähnlich aus.

Seit wann gibt es Deinen Job bei Amprion?

Den Job gibt es seit dem 1. April 2021. Da haben wir die konkrete Projektorganisation aufgebaut, nachdem Amprion schon 2018 die Offshore-Gesellschaft gegründet hatte. Damals gab es gerade mal eine Handvoll Kolleg*innen, mittlerweile haben wir eine dreistellige Zahl - nur im Bereich Offshore. Amprion hat diesen Job geschaffen und mich gefragt, ob ich ihn machen wollen würde. Und das habe ich gerne bejaht.

+++ Zur Person +++

Bastian Görke ist fest im Ruhrgebiet verwurzelt. In Gelsenkirchen geboren, in Bochum studiert, wohnt er heute in Essen und arbeitet in Dortmund. Sein Opa war noch Bergmann. Görke selbst sitzt heute als Bauingenieur mit einem Master in Klimawandel und nachhaltige Entwicklung mit der Anbindung von Offshore-Windparks an das Stromnetz an einer Schaltstelle, um die Energiewende voranzutreiben – und damit auch klimagerechten Strom ins Ruhrgebiet zu bringen.

Damit hat er nicht nur eine sinnstiftende Tätigkeit, wie er selbst sagt, sondern verkörpert in seiner Familie auch die Transformation des Ruhrgebiets von einer Schwerindustrieregion hin zu einer der grünsten Industrieregionen der Welt.

Was macht das Ruhrgebiet für Dich besonders?

Ich mag das hier sehr. Ich bin selbst in Gelsenkirchen geboren, habe in Bochum studiert, wohne jetzt in Essen, arbeite in Dortmund. Weggezogen bin ich hier nie. Das klingt vielleicht etwas klischeehaft, aber mein Opa war Bergmann – und vielleicht ist es auch genau das, was es für mich ausmacht: Ich habe hier Lokalkolorit, mein soziales Umfeld, meine Familie. Ich vermisse hier nichts und kann mich in etlichen Aktivitäten austoben – ob es Wassersport ist, Kultur, Kino oder in Kneipen zu gehen. Und dazu kommt: Das Ruhrgebiet ist perfekt angebunden. Man kommt auch schnell mal woanders hin.

Ich glaube: Wenn man weiß, woher man kommt und neben dem Job auch ein Privatleben hat, ist das eine wichtige Voraussetzung, um beruflich belastbar und erfolgreich sein zu können. Und umso spannender für mich ist, dass ich sogar in Dortmund ein Unternehmen als Arbeitgeber gefunden habe, das sich mit Offshore-Themen beschäftigt. Das wäre jetzt räumlich erstmal nicht so ganz intuitiv - und dann noch mit Vorhaben, die eine gewisse Einmaligkeit haben. Das ist sicher etwas, das man nicht an jeder Ecke findet.

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