So unterstützt Volkswagen Infotainment Ärzte und Pflegekräfte

Bei Volkswagen Infotainment in Bochum wird in der Regel an smarter Technik für Autos gefeilt. In Corona-Zeiten hat sich die VW-Konzerntochter zusätzlich zur Aufgabe gemacht, Bausätze für Gesichtsvisiere mit 3D-Drucker und Lasercutter zu produzieren. Der Impuls dazu kam von einem Mitarbeiter.

Volkswagen Infotainment hat im März 2020 damit begonnen, Bausätze für Gesichtsvisiere und dazugehörige Halterungen mit Hilfe der firmeneigenen 3D-Drucker und Lasercutter herzustellen. Medizinische Einrichtungen im Ruhrgebiet sollen von den Visieren profitieren. Die Idee dies bei VWIF zu tun, hatte David Nottebohm-Knochenhauer, ein Mitarbeiter aus der Hardwareentwicklung. Schnell fanden sich weitere Kollegen, um benötigtes Fertigungsmaterial zu bestellen, die Drucker neu zu programmieren und die Produktion der Bausätze hochzufahren.

Unter der Initiative "MakerVsVirus" fertigt ein deutschlandweites Netzwerk von Privatpersonen und Unternehmen unter anderem Halterungen und Visiere für Schutzbekleidung.

Im Falle möglicher Engpässe kommen diese in Krankenhäusern und bei Rettungskräften zum Einsatz und ergänzen dort bestehende Schutzmasken und Kleidung. Volkswagen Infotainment nimmt dabei die Rolle eines sogenannten Makers ein. Die Bausätze werden nach der Produktion in Bochum an ein übergeordnetes Hub nach Essen gebracht. Dieses verteilt die Visiere und Halter dann bedarfsgerecht an medizinische Einrichtungen wie Krankenhäuser, Arztpraxen, Pflegeheime, Ersthelfer*innen und Pflegedienste im Ruhrgebiet. "Damit hilft unser Unternehmen genau dort, wo aktuell Hilfe am Dringendsten benötigt wird", stellt VWIF Projektleiter David Nottebohm-Knochenhauer heraus.

Im Entwicklungscenter von Volkswagen Infotainment in der Universitätsstraße 140 laufen daher die 3D-Drucker und Lasercutter, um möglichst schnell passgenaue Bauteile für Gesichtsschutz-Visiere zu produzieren. Bisher wurden bedarfsgerecht knapp 100 transparente Gesichtsschutzfolien per Lasercutter zugeschnitten. Die 3D-Drucker produzierten in dieser Zeit die dazugehörigen Bügelhalterungen.

Je besser wir Ärzte und Pfleger bei Ihrer Arbeit schützen, desto mehr Menschen können im Fall eines Infekts die so dringend benötigte medizinische Betreuung erfahren.
Tobias Nadjib, Geschäftsführer Volkswagen Infotainment

Die ersten Auslieferungen von Bausätzen sind bereits an den HUB in Essen und von dort weiter an Krankenhäuser in Essen, die Feuerwehr Gelsenkirchen, das Prosper Krankenhaus in Recklinghausen erfolgt. Weitere Bausätze wurden kürzlich dem HUB bereitgestellt und sollen ebenfalls zeitnah an die Bildungseinrichtung PKS.ruhr in Essen ausgeliefert werden. Der Produktionsschwerpunkt verlagert sich für Volkswagen Infotainment derzeit hin zur Bedarfsdeckung für kleinere Einrichtungen mit speziellen Anforderungen an die Bausätze. Großvolumige Bestellungen von Standardschilden erfolgen über dritte Partner innerhalb der "MakerVsVirus" Initiative im Spritzgußverfahren.

"Mit unserem Beitrag zu 'MakerVsVirus' Initiative wollten wir insbesondere Ärzte und Pflegepersonal unterstützen. Sie erweisen der Gesellschaft einen besonderen Dienst – nicht nur während der Corona-Pandemie. Daher sehen wir es auch als gute Pflicht diese Personen bestmöglich bei Ihrer Arbeit zu schützen, damit unser Gesundheitssystem handlungsfähig bleibt", betont VWIF-Geschäftsführer Tobias Nadjib. "Jeder von uns sorgt sich momentan um nahestehende Menschen oder Familienmitglieder, die aufgrund von Vorerkrankungen oder fortgeschrittenen Alters aktuell zur Risikogruppe zählen. Je besser wir Ärzte und Pfleger bei Ihrer Arbeit schützen, desto mehr Menschen können im Fall eines Infekts die so dringend benötigte medizinische Betreuung erfahren", so Nadjib.

Seit einigen Tagen haben die in der Universitätsstraße 140 installierten Lasercutter eine weitere Aufgabe: Sie schneiden Trennschutzscheiben aus Plexiglas für besonders sensible Bereiche bei Volkswagen Infotainment. Darunter beispielsweise die Rezeption und das Versandbüro. In Zeiten von Corona soll durch diese und weitere Maßnahmen ein wirkungsvoller Schutz für all die Mitarbeiter*innen erreicht werden, die nicht mobil von zu Hause aus arbeiten können. Derzeit arbeiten durchschnittlich 85 Prozent der Belegschaft von VWIF im Home-Office und unterstützen damit die Maßnahme eines wirkungsvollen Social Distancing.

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