Warum das Ruhrgebiet das neue Berlin werden kann

Das neue Berlin? Keine Sorge, das Ruhrgebiet bleibt Ruhrgebiet: einzigartig, bodenständig, wandlungsfreudig. Ein Blick in die Bundeshauptstadt lohnt trotzdem. Denn Berlin hat zuletzt einen wirtschaftlichen Aufschwung hingelegt, wie ihn auch die Metropole Ruhr erwarten kann. Das zeigt eine neue Studie. Hier sind die Ergebnisse.

In einer neuen Studie* hat sich die Metropole Ruhr mit den sieben größten deutschen Metropolregionen verglichen. Die Ergebnisse zeigen: In vielen Punkten erinnert das Ruhrgebiet an das Berlin Anfang der 2000er-Jahre. Die folgenden Fakten sprechen dafür, dass sich die Metropole in den kommenden Jahren ähnlich erfolgreich entwickeln wird.

Günstiger wohnen

Im Ruhrgebiet gibt es deutschlandweit die günstigsten urbanen Wohnkosten – und das in Zeiten, in denen die Räume woanders eng und unbezahlbar werden.

Günstig wohnen, das ist in deutschen Ballungsräumen längst nicht mehr selbstverständlich. Während die Mieten in Metropolen wie Berlin, Hamburg oder München in den vergangenen Jahren stark angestiegen sind, können sich Mieter im Ruhrgebiet entspannt zurücklehnen. Denn mit 6,26 Euro kostet der Quadratmeter hier im Durchschnitt knapp 2 Euro weniger als in der Region Berlin-Brandenburg und fast 5 Euro weniger als in München. Wer, statt Miete zu zahlen, sein Geld lieber in Immobilien im Ruhrgebiet investieren will, kann im Schnitt mit gut 1796 Euro pro Quadratmeter rechnen – ein Preis, bei dem keine andere Metropole mithalten kann. In Berlin waren die Preise zu Beginn der 2000er-Jahre ebenfalls günstig – und haben damit Kreative, Studierende und junge Familien angelockt, die den wirtschaftlichen Boom der Stadt mitgestaltet haben. Ein gutes Omen also für die Metropole Ruhr. 

Besser lernen

Im Ruhrgebiet gibt es die meisten Studierenden pro Einwohner und die meisten Hochschulen auf der Fläche – sodass ein Netzwerk an jungen Fachkräften heranwächst, die die Entwicklung der Region mitgestalten werden.

600 Jahre alte Universitäten gibt es in Deutschland anderswo: Heidelberg, Köln, Erfurt, Würzburg. Im Ruhrgebiet wurde die erste Uni erst 1962 gegründet: in Bochum. Sie war jedoch Vorreiter einer starken Entwicklung, die auch die traditionsreichen Unistädte hinter sich lässt. Denn inzwischen gibt es insgesamt 22 Hochschulen in der Metropole Ruhr – das dichteste Hochschulnetz in Deutschland. Aber noch viel wichtiger: Die Hochschulen sind besonders auf den relevanten Zukunftsfeldern wettbewerbsfähige Standorte. Das zeigt sich beispielsweise an der hohen Zahl der Absolventen im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – dem sogenannten MINT-Bereich. Auf den Bereich spezialisierte Standorte wie München und Stuttgart liegen nur knapp vor dem Ruhrgebiet.

Auch die Studierenden prägen das Ruhrgebiet maßgeblich mit. Mit 49 Studierenden kommen so viele Studierende wie sonst nirgendwo in Deutschland auf 1000 Einwohner. Die große Menge der jungen Absolventen bietet einen riesigen Fundus an zukunftsorientierten Nachwuchskräften für die Unternehmen im Ruhrgebiet.

Mehr erleben

Bunt statt grau: Das Ruhrgebiet hat die größte Menge an Freizeit- und Erholungsflächen zu bieten –mit neuen Freiräumen, in denen sich eine vielfältige Kultur- und Kreativszene etabliert hat.

Rauchende Schlote, ein schwarzer, rußverhangener Himmel: Wer das Ruhrgebiet nicht kennt, hat allzu oft noch ein solches Bild von der Region vor Augen. Doch wer hier zu Hause ist, der weiß, dass das Ruhrgebiet vor allem eines ist: grün. Denn der Anteil der Flächen, die für Sport, Freizeit und Erholung zur Verfügung stehen, ist im Ruhrgebiet so hoch wie in keiner anderen Metropole in Deutschland. Auf 16,5 Prozent der gesamten Fläche des Reviers können die Menschen im Ruhrgebiet Sport treiben, flanieren und durchatmen.

Das industrielle Erbe aber bleibt bestehen – und bildet auf diese Weise eine einzigartige Kulisse: Industriekultur, das gibt es so nur im Ruhrgebiet. So dienen alte Fabriken nicht selten als Standort des enormen Kunst- und Kulturangebots. Seit die Metropole Ruhr den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ im Jahr 2010 selbstbewusst trug, hat sich die kulturelle Landschaft stetig weiterentwickelt und zu weiteren Konzepten inspiriert: vom !Sing – Day of Song über die RuhrKunstMuseen bis hin zu den RuhrBühnen und dem Literaturgebiet.Ruhr. Alles andere also als trist und grau.

Fit für morgen

Cyber-Security, Greentech, neue Mobilität: Mit der Erschließung wichtiger Zukunftsbranchen zeigt die Metropole Ruhr, wie zukunftsorientiert Strukturwandel gedacht und gemacht wird.

Als im Dezember 2018 das letzte Stück Steinkohle im Ruhrgebiet gefördert wurde, war das eine Zäsur. Überraschend aber kam der Moment nicht. Es war lediglich der emotionale Schlussakt eines strukturellen Wandels, der schon lange zuvor, Ende der 1950er-Jahre, begonnen hatte. Genug Zeit also, sich neue Branchen zu eschließen. Mit Gründung der Uni Bochum 1962 konnte sich das Ruhrgebiet auch als Forschungsstandort etablieren – und im Zusammenspiel mit den traditionsreichen Unternehmen vor Ort neue Synergien bilden. Durch die enge Verzahnung aus Wirtschaft und Wissenschaft konnten sich im Ruhrgebiet innovative Vorreiter im Bereich IT-Sicherheit, Greentech oder auch in neuer Mobilität ausbilden. Von 24 NRW-weiten Technologie- und Gründerzentren liegen allein 20 im Ruhrgebiet und unterstützen Jungunternehmer, das Ruhrgebiet noch schneller in der Zukunft ankommen zu lassen.

Optimistischer in die Zukunft

Unternehmer im Ruhrgebiet sind sich einig in der Frage, dass die Metropole ein starker Standort ist, der das Potenzial hat, das nächste große Ding zu werden.

Gewissheit, Sicherheit, Optimismus: Attribute, die auf die allermeisten Unternehmer im Ruhrgebiet zutreffen. Sie sind sich der Stärke ihrer Region bewusst. Die Unternehmen im Ruhrgebiet sind davon überzeugt, dass die Metropole Ruhr in eine erfolgreiche Zukunft durchstarten wird, weil sie ihre Potenziale gezielt ausspielen wird. Nicht nur erwartet fast jeder zweite Unternehmer im Ruhrgebiet eine ähnliche Dynamik in der Region wie im Berlin der Nuller-Jahre, mehr als 70 Prozent der Unternehmen im Ruhrgebiet sind davon überzeugt, dass die Metropole Ruhr das Potenzial hat, sich zu einer dynamischeren Region zu wandeln. Und ganze 90,7 Prozent würden sich wieder in der Region ansiedeln. Gute Stimmung also, wohin man schaut.


Alle Angaben beziehen sich auf die Studie „Auf dem Weg zu einer starken Region. Zukunftspotenziale der Metropole Ruhr“, erstellt vom Institut der deutschen Wirtschaft und vom Ruhr-Forschungsinstitut für Innovations- und Strukturpolitik im Auftrag des Regionalverbands Ruhr. 

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